Donnerstag, 17. Dezember 2009

Dokumentation: Benedikt XVI.: Gesetze, die Abtreibung erlauben die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau relativieren, sind nicht angemessen


In der heutigen Generalaudienz möchte ich Johannes von Salisbury vorstellen. Dieser zu Beginn des zwölften Jahrhunderts in England geborene Gelehrte studierte in Paris und an der berühmten Kathedralschule von Chartres. Er stand als Sekretär im Dienst von drei Erzbischöfen von Canterbury, bemühte sich um die Lösung der Konflikte zwischen dem König und der Kirche und war in den letzten vier Jahren seines Lebens Bischof von Chartres. Seine beiden Hauptwerke sind der Policraticus (philosophische und theologische Reflexionen über das Staatswesen) und das Metalogicon (eine Verteidigung der Weisheit und der Bildung). Aus ihnen möchte ich zwei Gedanken herausgreifen, die auch für unsere Zeit von großer Bedeutung sind. Johannes von Salisbury warnt eindringlich vor einer leeren Rhetorik, die sich nicht aus dem Wahren, Guten und Schönen nährt. Diesen Ratschlag würde er heute wohl besonders an die Kulturschaffenden und an die Medien richten und sie einladen, die Weisheit des Evangeliums zum Maßstab der Kommunikation zu machen. Der Politik gilt hingegen seine Forderung, daß die staatlichen Gesetze überall auf der Grundlage des universalen Naturrechts stehen müssen und daß die Würde der Menschen vom Staat zu schützen ist. Gesetze, die Abtreibung oder Euthanasie erlauben oder die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau relativieren, sind demnach in keiner Weise angemessen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich finde es "nicht angemessen" die Verbreitung von HIV zu propagandieren.

Margit hat gesagt…

Ich bin kein Katholik und dennoch danke ich dem Papst für seine aufrichtigen und ermutigenden Worte.
Wie kann ein Volk den Segen Gottes erhalten dass jede Moral und die Keimzelle der Gesellschaft mit Füßen tritt. Die Ehe soll in Ehren gehalten werden und Treue ein wesentliches Merkmal sein (Hebräer 13,4)Ich bitte Gott um Vergebung wegen der großen Schuld die wir auf unser Volk legen und unserem Schweigen und Zuschauen beim täglichen Babymord unserer eigenen Generation. Möge er uns Vergebung schenken und Menschen die Mut beweisen Unrecht zu bekennen.

Anonym hat gesagt…

Ich lebe hier und heute, lese viel und gern. Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich etwas zu sehen oder zu beurteilen habe.
Leute mit großem Wissen und weise scheinend haben es nicht geschafft.
Was nicht angemessen ist könnte ich diesem Herrn mal vertellen. Doch wer, wie ein verstocktes Kind, auf etwas beharrt, bringt den anderen kaum Gutes, ist vermessen. Wer Wissen erwirbt wird stets auch vom Glauben begleitet werden, wer Glauben voranstellt, wird nicht Wissen suchen und daher Wahrheit kaum begreifen.
Die Geschichte der Religionen sprechen darüber genügend.

Gino hat gesagt…

Da hat Ginowas für euch:
"Eltern wollen sich in ihren Kindern verwirklichen, indem sie verhindern, dass sich ihre Kinder verwirklichen."
Gerald Dunkl (*1959), österreichischer Psychologe und Aphoristiker

Matthäsius hat gesagt…

»Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich etwas zu sehen oder zu beurteilen habe.«

Wer schreibt Dir was vor? Der Papst? Die Kirche?

»Was nicht angemessen ist könnte ich diesem Herrn mal vertellen.«

Ich bin zwar kein Papstfan, aber ich befürchte, da würdest Du nicht weit kommen, denn er dürfte Dir an Intellekt (und sicher auch Lebenserfahrung) weit überlegen sein.

»Wer Wissen erwirbt wird stets auch vom Glauben begleitet werden, wer Glauben voranstellt, wird nicht Wissen suchen und daher Wahrheit kaum begreifen.«

Der Papst wird vermutlich die Bibel weit besser kennen und anwenden als ich oder Du und sich folgender Verse aus den Sprüchen Salomos bewußt sein:
»Die Furcht des HErrn ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.«
»Mein Sohn, wenn du meine Rede annimmst und meine Gebote behältst,
so daß dein Ohr auf Weisheit achthat, und du dein Herz der Einsicht zuneigst,
ja, wenn du nach Vernunft rufst und deine Stimme nach Einsicht erhebst,
wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen:
dann wirst du die Furcht des HErrn verstehen und die Erkenntnis Gottes finden.
Denn der HErr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht.«

Matthäsius hat gesagt…

@ Gino

Was willst Du die Welt damit wissen lassen?

Gin hat gesagt…

Gino sagt für beide Posts von
@Matthäsius:
"Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.
(F. Grillparzer, österr. Dichter, 1791-1872)

Anonym hat gesagt…

Lieber Matthäsius, nach den heute erfolgten Adventsprogrammen (solo) bei den Senioren kann ich ihnen nur sagen: Es ist verdammt schwer die Legende von Weihnachten diesen Leuten weihnachtlich, feierlich, freudig und helfend darzubieten. (Das gelesene, belegte Wissen, die nicht geklärten Fragen muß ich da verbergen. Leider!?!) Da hat es der Papst leichter. Er darf glauben, was er sagt. Auch wenn es andere (vieleicht auch er?) genauer wissen! (Hat er schon mal was davon hinterfragt?)
Und Intellekt?
Setzt Wissen voraus. Das verbirgt er meisterlich.
Nein, der Herr hat euch wahrlich nicht in der Versuchung geführt in die ihr abgedriftet seid. Und ihr habt ihn nicht vernommen, nur eure Worte.
Probleme von heute lassen sich nicht mit den Dingen beheben, die zu ihnen geführt haben.
Ich bin dem Papst aber in einer Sache weit voraus: Ich habe Frau und Kind.
Es war gut für mich, der verordneten MEGA entfleucht zu sein. Daß ich dafür die Bibel als Ersatzt verpaßt bekam, ist nur ein Tausch schwarz für rot, B16 für E.H.
Ich bleibe bei Vernunft und Wissen.

"Wer schreibt Dir was vor? Der Papst? Die Kirche?"
Versucht wird es ständig. Daß es mir nicht passiert, da passe ich schon auf.

Matthäsius hat gesagt…

»Hat er schon mal was davon hinterfragt?«

Das ist eine sehr gute Frage, und merkwürdigerweise wollen Viele damit sagen: »...hätte er nämlich, dann hätte er sich auch von seinem merkwürdigen Glauben abgewandt.«
Sicherlich kann ich hier nicht verbergen, das ich den Glauben des Papstes teile, auch wenn ich kein Katholik bin. Und auch wenn ich mich noch nicht persönlich mit Herrn Ratzinger unterhalten habe, schätze ich ihn so ein, das er den Glauben sehr wohl schon hinterfragt hat. Seinen Äußerungen zufolge erscheint mit sein Glaube nämlich sehr reif. Ich habe schon viele Christen kennengelernt, und merkwürdigerweise sind es jene die ihren Glauben schon hinterfragt und angezweifelt haben und durch »Glaubenskrisen« gegangen sind, die den »weltfremdesten« Glauben haben (das ist ja sicherlich ihr größtes Problem am Glauben des Papstes) und doch am festesten im Leben stehen.
Vom mir persönlich kann ich sagen, das auch ich meinen Glauben mit Wissen die letzten drei Monate hinterfragt habe, und mir nun meiner Sache noch sicherer bin.
(Sie dürfen mich trotzdem weiterhin hinterfragen, sicher habe ich so manche Frage nicht bedacht.)

»Das gelesene, belegte Wissen, die nicht geklärten Fragen muß ich da verbergen. Leider!?!«

Wenn es Ihnen ernst ist, dürfen Sie mir gerne eine davon stellen.

»Und Intellekt? Setzt Wissen voraus. Das verbirgt er meisterlich.«
Finden Sie? Na gut...

»Ich habe Frau und Kind.«
Ich auch...

Und ich komme auch aus der ehm. DDR

Wenn Sie ernstlich weiter schreiben wollen, können Sie sich ja vielleicht eine Idendität zulegen, das ist doch persönlicher...

bis bald

Anonym hat gesagt…

Teil 2 der "weihnachtlichen Stimung" gerade erlebt.
Da frage ich mich: Habe ich es nötig ein Spielball der Interessen zu sein, Ruhe zu säen und Ärger zu ernten?
Besinnlichkeit ist für jeden anders, funktioniert nur, wenn sie gegeben und angenommen wird.
Sind wir schon soweit, daß jeder seine eigene Feier will, weil er dem Nächsten seins nicht gönnt, sich selbst als den Nabel der Welt betrachtet?
Das muß ich erst einmal verdauen. Ich bin wahrhaftig sauer und ratlos.
Was ist "angemessen"?
Hier geht es doch um die gleiche Problematik. Das gleiche Streiten bis zur Böswilligkeit ist abzusehen!
Glauben und Wissen, Wissen oder Glauben? Wenn jeder Recht hat: Was ist dann wahr?
(Weil wir den gemeinsamen Geburtstag haben, im Streit vereint sind, wäre ich für die Identität Erasmus. Oder ist das zu anmaßend?

Anonym hat gesagt…

Trotz alledem:
Ich wünsche allen, Jederfrau und Jedermann, ein besinnliches Fest, für jeden Seins, oder Anderen das Ihre.
Seid freundlich, helft Euch und anderen, habt Glück, empfindet es und nutzt es für alle.
Lieber anonym als Ungetüm.
Mensch sei Mensch.

Old Geezer hat gesagt…

@Margit:

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Wenn Treue gehalten werden soll, dann muß diese Forderung an alle Partner gehen, und nicht so getan werden, als garantiere die bürgerliche, monogame Ehe dieses mehr als andere Partnerschaften.



P.S.: Abgetrieben werden und wurdne immer auch oft die Früchte der Lenden katholischer Priester - ob der Papst eine höhere Eingebung hat, was mit diesen Seelen geschehen ist?