Sonntag, 6. Dezember 2009

Buchrezension: Geschäft Abtreibung von Alexandra M. Linder


Das Reizthema Abtreibung ist trotz vieler Bemühungen seitens linksorientierter Medien und Politiker nicht totzukriegen. Dieser Zustand ist vor allem den vielen Lebensrechtsinitiativen zu verdanken, die mutig und entschlossen dafür arbeiten, daß keine „Friedhofsruhe“ hinsichtlich des Lebensrechts der Ungeborenen eintritt. Viele dieser Initiativen geben regelmäßig Publikationen heraus und viele christliche oder konservativ orientierte Medien berichten regelmäßig über das Thema Lebensrecht. Dennoch war ein Aspekt der Abtreibungsdiskussion selten Gegenstand der öffentlichen Diskussion: Die wirtschaftliche Seite der Tötung ungeborener Kinder.

Aus diesem Grund ist Alexandra M. Linder für die Vorlage dieses Buches und dem Sankt Ulrich Verlag in Augsburg für dessen Veröffentlichung zu danken.

„Geschäft Abtreibung“ will bewußt eine Lücke schließen. Linder schreibt gleich am Anfang der Einleitung: „Dieses Buch möchte Sie aufklären, über Fakten und Hintergründe, die Ihnen bisher nicht bekannt sein werden.“ Das Buch will zeigen, daß „Abtreibung weltweit zu einem Milliardengeschäft geworden ist, an dem Pharmakonzerne, Forscher, Politiker und Bürokratie verdienen.“

Es folgen dann etwa 160 Seiten mit einer Fülle an Fakten, die selbst vielen altgedienten Lebensrechtlern neu sein werden. Seite für Seite eröffnet sich einem ein Netz von wirtschaftlichen Interessen und Aktivitäten, das immer düsterer und makabrer wird. Es wird einem bildlich vorgeführt, was die Kultur des Todes ist, eine Maschine, in der der Mensch zum Objekt degradiert wird und wie in einem Schlachthaus zerlegt wird um die so „effizient“ wie möglich „verwertet“ zu werden.


Das sind keine Metaphern. Über die Verwendung von abgetriebenen Kindern zur Produktion von Impfstoffen, ein langes Kapitel, schreibt Linder, „dass die Zellen der abgetriebenen Kinder sofort nach der Abtreibungen entnommen werden müssen, damit sie nicht absterben, sondern für die Impfstoffherstellung verwendet werden können.“ Linder deckt auf, was hinter technischen Bezeichnungen wie die Zell-Linie IMR-90 (mit 16 Wochen abgetriebenes Mädchen), Linie PER.c6 (völlig gesundes Kind, notwendige Vorraussetzung für die „Gewinnung“ von brauchbaren Zellen für die Forschung“), Zell-Linie Detroit 551 aus der Zellbank ATCC (Hautfibroblasten eines abgetriebenen Mädchens – 485 Euro die Portion), Linie TIG-1 (mit 20 Wochen abgetriebenes asiatisches Kind aus Tokio) usw.

Die Verwendung menschlichen Gewebes wird in der Gesundheitsindustrie immer üblicher: Transplantationen, Diabetes, Immunsystemerkrankungen, neurologische Krankheiten, Rückenmarksverletzungen, Augenerkrankungen, Leukämie usw. Mit der Zeit werden mehr und mehr Menschen zu Komplizen gemacht werden. Man fragt sich unwillkürlich, ob man sich eines Tages nur durch Behandlungsverzicht von dieser Kultur des Todes fern halten kann.

Auch in der Kosmetikproduktion wird die Verwendung abgetriebener Kinder immer wichtig, vor allem aufgrund des Verbotes der EU vom 11. März 2009, Kosmetikprodukte an Tieren zu testen, falls als alternative Testmethoden möglich sind. Wozu das führt, schildert Linder sehr plastisch: „Im April 1980 öffnete man einen Lastwagen an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich und fand Hunderte von tiefgekühlten abgetriebenen Kindern darin, die an verschiedene französische Kosmetikfabriken geliefert werden sollten.“ Abgetriebene Kinder sind insbesondere für die kosmetische Faltentherapie nützlich. Hierfür ist das Eiweißmolekül Kollagen vonnöten, anhand dessen man das Bindegewebe stärken kann.

Das Buch schließt mit einem Kapitel über die internationalen Bemühungen von Organisationen wie der „Bevölkerungskommission der Vereintem Nationen (UNFPA), „International Planned Parenthood (Pro Familia)“ und andere, die Abtreibung weltweit zu verbreiten und zu legalisieren.

Dieses Buch verdient große Verbreitung und vor allem große Beachtung. Es ist ein wertvolles Dokument, wie sich die Kultur des Todes immer mehr ausbreitet, zum Teil von der Öffentlichkeit unbemerkt, wenn sie nicht gestoppt wird. Mit der Zeit gewinnt sie gleich einem Leviathan immer mehr Komplizen und Nutznießer und wird somit immer mächtiger. Sie wirkt dann wie eine allgegenwärtige Macht, gegen die sich wenige zu Wehr setzen. Ist sie dann nur noch durch eine Katastrophe zu beenden? Hoffen wir, daß das verhindert werden kann. Dieses Buch ist ein Beitrag dazu.

Alexandra M. Linder
Geschäft Abtreibung
ISBN 978-3-86744-084-4
Sankt Ulrich Verlag
www.sankt-ulrich-verlag.de
gebunden, 176 Seiten, 135 mm x 215 mm
EUR 18,90

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