Dienstag, 20. Oktober 2009

Video: Papst Benedikt XVI. erinnert an christliche Wurzeln Europas

Kommentare:

Chorleiter hat gesagt…

Die Kirche hat einen Weg, um das Ungleichgewicht in der Welt überwinden zu können?
Da habe ich mich wohl verhört?
Das ist nicht mal zu glauben.
Chorleiter

Matthäsius hat gesagt…

Hallo Chorleiter,

schau' Dir doch das Video einfach noch einmal an und achte dabei ganz genau darauf, was gesagt und was nicht gesagt wird ...

Chorleiter hat gesagt…

Habe ich. Es wird nicht besser.
Der bisherige Weg der Kirche hat das Ungleichgewicht in der Welt mit hervorgerufen, befördert, die Schwachen barmherzigt, die Reichen mit sakramentaler Sündenvergebung absolutiert. Das ist Teil des Wurzelwerks; und kaum von Vorteil.
Beweise für eine Verbesserung sind nicht erkennbar.
Solange das religiöse Zanken um Gott besteht, werden auch die menschlichen Probleme diesem Tanz um das Goldene Kalb geopfert, nicht gelöst werden können.
Heinrich Heine hat in Deutschland, Ein Wintermärchen (geschrieben 1844 im Januar) im Caput I mehr ausgedrückt, als dieses Video bietet. Und war sehr konkret.
Hier ist es wie zur Schulzeit:
"Herr Lehrer! Ich weiß was!"
Aber ja nicht konkret fragen.
Wenn Sie, Herr Matthäsius, es wünschen, kann ich Ihnen Fragen zum warum gesagt und warum nicht gesagt gern kund tun.
Doch bisher hat der Herr Blog-Administrator auf Derartiges löschend reagiert, daß ich mir diese Arbeit sparen kann. Die Sonne bringt es eh an den Tag.
Besonders bei Kommentaren zum Papst ist er sauer hoch 3.
Bei diesem Spiel mache ich nicht mit.
Freundlichst, Chorleiter

Matthäsius hat gesagt…

"Der bisherige Weg der Kirche hat das Ungleichgewicht in der Welt mit hervorgerufen, befördert, die Schwachen barmherzigt, die Reichen mit sakramentaler Sündenvergebung absolutiert."
Was wäre die richtige Reaktion gewesen?

"Solange das religiöse Zanken um Gott besteht, werden auch die menschlichen Probleme diesem Tanz um das Goldene Kalb geopfert, nicht gelöst werden können."
Was sind Ihrer Meinung nach die "menschlichen Probleme"?

"Wenn Sie, Herr Matthäsius, es wünschen, kann ich Ihnen Fragen zum warum gesagt und warum nicht gesagt gern kund tun."
Ich wäre durchaus interessiert. Ich bin mir sicher, Sie finden einen Weg den Papst dabei nicht zum Sündenbock zu machen.

Bis bald

Chorleiter hat gesagt…

Wenn gesagt wird:
"Die Werte der Toleranz, des Dialogs, und der Offenheit zum Transzendenten, bemerkte der Papst, müssen weiterhin Europa inspirieren."
dann ist das Geschwusel.
Entweder richtig erkennen und richtig machen, oder nur auf den Zufall, das Übernatürliche hoffen. Sie würden sagen: gottgegeben.
Damit hat man sich bis dato herausgeredet, Entwicklungen, die in den Kram paßten, begründet; für mich: inakzeptabel und falsch.

Das Ungleichgewicht ist, nach meiner Meinung, bedingt, durch:
1. Ökonomische Verfehlungen
2. Religiöses Primatstreben
3. Fehlende Toleranz
4. Gewinne vorrangig privatisieren
5. Schulden vergesellschaften
6. Zu spätes Reagieren

Aber hier mit transzendenter Offenheit - also Kismet - und Wurzeln, die schon lange nicht mehr den Baum der Erkenntnis versorgen bzw. versorgen können (nur ein Versorgungsgut zu spenden bereit sind), aufzuwarten, um zu Erfolg zu kommen, ist doch etwas unpassend.
Man soll Fehler nicht mit Dingen, die an deren Entstehung maßgeblich beteiligt waren, beheben.
Chorleiter

Matthäsius hat gesagt…

Hallo Chorleiter,

das sind natürlich durchaus wichtige Einwände, die Sie da anbringen.
Jedoch sind sie nicht ganz gerechtfertigt.
Dazu werde ich kurz etwas mehr zum »Transzendenten« erklären. Ich weiß nicht was der Papst genau gesagt hat, ob er er tatsächlich über »das Transzendente« gesprochen hat, oder doch eher »den Transzendenten«.
Wenn er über den Transzendenten spricht, müssen wir festhalten, das nicht von Allāh die Rede ist. Für die Arabische Kultur ist der Spruch »inshā' Allāh«, »So Gott will« deren Meinung nach ein Zeichen für die Größe Allāh's.
Tatsächlich entschuldigt es aber eher Verantwortungslosigkeit. So muß man nicht für seine Fehler gerade stehen, den es war ja »Gottes Wille«.
Der Papst redet hier aber von einem Transzendenten, der sich keineswegs als derart willkürlich und unberechenbar vorstellt. Er spricht von einem, der die Christen zu guten Taten auffordert und sie zur Rechenschaft ziehen wird, wenn sie dem nicht tun. Der Transzendente gibt dem Menschen Maßstäbe für das Leben, den Umgang mit Geld und Reichtum und Mitmenschen. Und Er macht auch klar, daß das Nichteinhalten jener Maßstäbe zu Ungerechtigkeit und Verderben führen wird.
Er läßt die Menschen Seinen Willen durchaus im Voraus wissen, und da Er nicht willkürlich ist, kann sich der Mensch darauf verlassen, und auch darauf, daß er gegen die Wand fahren wird, wenn er sich nicht an diese Vorgaben hält!
Genau das ist auch passiert, bemängelt der Papst hier, und damit hat er recht.

Daß sich die Kirche in der Vergangenheit aus den Mißständen der Gesellschaft herausgehalten hat, damit haben Sie recht. Selbst einige zweifelhafte Personen predigten in ihrem Namen, auch damit haben Sie Recht, aber verursacht hat die Kirche die Zustände des Ungleichgewichts nicht. Sie hat geschwiegen, das stimmt, und auch dafür würden sie von dem Transzendenten, den der Papst predigt, gerichtet werden, auch wenn er sich dessen noch nicht bewußt sein mag...

Wenn wir also die Maßstäbe jenes Transzendenten nehmen und tatsächlich in der Gesellschaft anwenden würden, täte es ihr sicher gut:
Die Bibel (Sie haben mit Sicherheit inzwischen herausgefunden, daß auch ich an diesen Transzendenten des Papstes glaube, auch wenn ich mit dem Papst-Primat nicht übereinstimme) erhebt zwar nicht Anspruch ein Wirtschafts-Handbuch zu sein, gibt aber durchaus ökonomische Grundsätze zum Besten, die so manche Verfehlung verhindert hätte. (Ich beschäftige mich gerade etwas damit, und bin zu interessanten Schlüssen gekommen. Wenn Sie wollen, werde ich mir mal Zeit nehmen sie Ihnen aufzuschreiben...)

Zum Primatenstreben habe ich schon kurz etwas erwähnt, aber sie glauben doch nicht wirklich, daß das für das Ungleichgewicht maßgebend verantwortlich sein soll.

Die Tolanz ist ein anderes Thema, das ich gerne noch einmal extra besprechen würde. Hier nur so viel: Das Wort Toleranz bedeutet so viel wie erdulden oder gelten lassen. Das bedeutet aber nicht zwingend übereinstimmen!
Religionen beanspruchen für sich, das einzig Richtige zu sein. Eine kann also die andere allenfalls dulden, ihr aber nicht zustimmen, denn das wäre unlogisch!
Toleranz inklusive Zustimmung funktioniert nur in der Postmoderne, und auch die ist größtenteils unlogisch.
(Aber der Papst (und auch ich) redet von einem logischen Transzendenten!)

»Gewinne vorrangig privatisieren«: Wenn Sie ein erfolgreicher Geschäftsmann sind, dann ist es auf jeden Fall großmütig von Ihnen, die Gesellschaft an Ihren Gewinnen teilhaben zu lassen, aber gezwungen werden wollen Sie dazu auch nicht...

Zum Schuldenthema hat die Bibel auch klare Grundsätze, die Eigenverantwortung verlangen.

»Zu spätes Reagieren«: Hier haben Sie Recht, hier hat die Kirche oft versagt, aber ich habe ja bereits erwähnt, was ich dazu denke.

Chorleiter, danke daß Sie mir geschrieben haben.
Sie machen sich wenigtens Gedanken und nehmen nicht alles, was präsentiert wird, gedankenlos hin. Danke, daß Sie ernsthaft damit umgehen und nicht nur meckern um des Meckerns willen.

Ich freue mich schon auf Ihren nächsten Kommentar. Bis bald

Old Geezer hat gesagt…

Hmmm, christliche Wurzeln - in Europa?

Damit können eigentlich nur die Bäume beneit sein, aus denen die Schäfte für die Pilii der römischen Legionen gemacht wurden, mit denen jene dann hier in Europa diese religiösen Ideen aus dem vorderen Orient verbreiteten...