Dienstag, 30. Juni 2009

Erzbischof Marx gedenkt des Journalisten und NS-Gegners Fritz Gerlich


München (ok/kathnews). Zum 75. Jahrestag der Ermordung des katholischen Journalisten Fritz Gerlich feiert der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, am Mittwoch, 1. Juli, um 18 Uhr einen Gedenkgottesdienst in St. Bonifaz (München, Karlstraße 32). Besonders herzlich eingeladen sind die Redakteurinnen und Redakteure der Zeitungen, Zeitschriften und der elektronischen Medien, ihres ermordeten Berufskollegen zu gedenken.

Fritz Gerlich war einer der ersten deutschen Journalisten, die nach der Machtergreifung der Nazis für ihre Überzeugung mit dem Leben bezahlen mussten. Er wurde am 1. Juli 1934 im Konzentrationslager Dachau ermordet. Gerlich hatte sich seit dem Hitler-Putsch 1923 kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Von 1920 bis 1928 war er Chefredakteur der „Münchner Neuesten Nachrichten“, der heutigen „Süddeutschen Zeitung“. Ab 1932 attackierte er in der von ihm entwickelten Zeitschrift „Der gerade Weg“ die totalitären Ideologien des Kommunismus und Nationalsozialismus. In scharfen Leitartikeln und kritischen Berichten warnte er vor den Folgen des Nationalsozialismus. Dabei scheute er vor drastischen Formulierungen nicht zurück: So bezeichnete er die Nazis als „Pest“ oder als „Hetzer, Verbrecher, Geistesverwirrte“. In einem Artikel vom 31. Juli 1932 schreibt Gerlich: „Nationalsozialismus heißt Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not“. Gerlich konvertierte 1932 zum katholischen Glauben.

Kurze Zeit nach der Machtergreifung Hitlers stürmte die SA am 9. März 1933 die Redaktion des „Geraden Wegs“, misshandelte Gerlich brutal und brachte ihn zunächst als „Schutzhäftling“ in das Münchner Polizeipräsidium. Im Zuge des so genannten „Röhm-Putsches“ wurde er kurz nach seinem Transport in das Konzentrationslager Dachau erschossen.

Noch bis zum 12. Juli läuft in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau die Ausstellung „Fritz Gerlich – Als Journalist gegen Hitler“, die von der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte konzipiert wurde. Sie zeigt Artikel und Zeitungsseiten, die den Kampf Gerlichs gegen die Nazis dokumentieren. Die Ausstellung ist täglich außer montags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: Kathnews

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Okay, der Mann war nebenbei auch katholisch - dann mußte er befürchten, daß er mangels echten eigenen Matrials von der katholischen Kirche für ihre Widerstands-Mär vereinnahmt wird...

Anonym hat gesagt…

@Old Gezer: Ihr Kommentar ist Unfug, denn "Der Gerade Weg" war eine katholische Zeitung, unterstützt vom Münchner Erzbischof.

Old Geezer hat gesagt…

korret, nur was nädert das daran, daß jener Journalist a) als Katholik und bekennender NS-Gegner eine Ausnahme darstellte und b) sein Katholizismus nur eine Nebenaspekt seiner Person war und wohl kaum ursächlich für sein Rückgradt dem Regime gegenüber,
das von seinem Papst hofiert wurde?

Löblich finde ich schon, daß es zu der Zeit noch katholisch Herausgeber gab, die dem Papst die Strin boten und gegenüber der NS-Herrschaft auf Konfrontationskurs gingen (obwohl man mal prüfen müßte, ob das nicht eine einzele Ausnahme war und das Blatt ansosnten regierungskonform schreib).

Old Geezer hat gesagt…

So, mal recherchiert...

...der gute Gerlich war nicht katholisch sondern Calvinist...

...er ist dan allerdings einer Scharlatanin namens Therese Neumann (eine sogenannte 'Stigmatisierte") auf den Leim gegangen und insofern wohl einem katholischen Einfluß ausgesetzt und hat später mit einem Kapuziner zusammengearbeitet.

In der Tat hat er immer gegen die Hitler-Partei publiziert und wurde deswegen auch nach der MAchtübernahme exekutiert - allerdings war er ebenso strikter Antimarxist und gehört somit zum Kreis der Spalter, die eine gemeinsame Front gegen Hitler und somit ene Verhinderung der endgültigen Machtübernahmen untergraben haben.

Also als publizistischer Sicht eine mutige Nullsummenaktion.

Aber im prinzip stehe ich zu meinem unrsprücnglichen Aussagen:
a) er wäre auch ohne den Katholizizmus eine Anti-Nationalsozialist gewesen
(vielleicht sogar effektiver weil dann ohne den antimarxistischen Einschlag) und
b) selbst wenn wäre er einer der ganz wenigen, die aus tiefkatholischer Haltung heraus gegen Adolf ööfentlich opponiert hatten.

Anonym hat gesagt…

R.i.P