Mittwoch, 25. Februar 2009

Grotesk: Bischof Walter Mixa des „Fundamentalismus“ verdächtigt, weil er die Evolutionslehre kritisiert


Die Fachstelle "Medien und Kommunikation" der evangelischen und katholischen Kirche in München befaßt sich in einer jetzt erschienenen Publikation mit dem religiösen Fundamentalismus.

Fundamentalisten würde man unter anderem dadurch erkennen, daß sie "moderne wissenschaftliche Konzepte wie die Evolutionstheorie von Charles Darwin ablehnen, da sie der wörtlich ausgelegten Schöpfungsgeschichte der Bibel widerspreche"

In diesem Zusammenhang wird Bischof Walter Mixa aus Augsburg zitiert, der „fragwürdige Akzente“ setzt.

Wörtlich: „Äußerungen wie die von Bischof Walter Mixa setzen da durchaus fragwürdige Akzente. Seiner Ansicht nach sei in den Schulen bisher eine "Fixierung auf die Evolutionstheorie" üblich. Sich auf eine einzige Erklärung festzulegen, habe etwas Totalitäres und sei auch und gerade aus der Sicht der Wissenschaft unvernünftig. Es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie. Nach christlicher Überzeugung sei der Mensch ein von Gott gewolltes und geliebtes Wesen. Das ist ein existenzieller Unterschied zu der Auffassung, er sei bloß ein Glied in einer zufällig ablaufenden biologischen Kettenreaktion. So führe religiöses Unwissen unter anderem zu Hoffnungslosigkeit."

Seit Jahren beobachtet man in der Presselandschaft einen Mißbrauch des Begriffs Fundamentalismus. Dieser wird nur noch als ideologischen Kampfbegriff verwendet. Die Behauptung, man müsse die Evolutionstheorie widerspruchslos annehmen, ist wahrhaftig „fundamentalistisch“, doch genau das Gegenteil wird in der Öffentlichkeit vermittelt.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

" Seiner Ansicht nach sei in den Schulen bisher eine "Fixierung auf die Evolutionstheorie" üblich. Sich auf eine einzige Erklärung festzulegen, habe etwas Totalitäres und sei auch und gerade aus der Sicht der Wissenschaft unvernünftig. Es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie."

Also: Die Evolutionstheorie IST ind der WISSENSCHAFT ein einzige, unumstrittene und allgemein akzeptierte Theorie und Lehrmeinung.
Ebensogut könnte man in Schule und Universität nach Alternativen zur Gravitations- und Relativitätstheorie oder zu quantendynamik fordern.

Vielleicht darum (und weil sie eben keine Sinninterpretation darstellt, keine Fragen nach dem 'Wiso' zu beantworten versucht) hat sich auch der Vatikan damit arrangiert und die 'theistische Evolution' als seinen offiziellen Standpunkt angenommen.

Wenn also einzelne Mitglieder der Kirche hinter die offizielle Lehrmeinung auf ältere Stanpunkte zurückfallen, kann man sie dann nicht mit Fug und Recht als "Fundamantalisten" titulieren?

mangelt hat gesagt…

Wie "fundamental" ein Walter Mixa Wissenschaft (hier die Evolutionstheorie) relativiert und seinen Glauben als quasi gleichberechtigt wissenschaftlich fundiert verabsolutiert, mag jeder Betrachter gemäß seiner Vernunft selbst einschätzen.

Ich halte es da schlicht mit Konrad Lorenz` Aussage:
"Der Weg zum Verständnis des Menschen führt genau ebenso über das Verständnis des Tieres, wie ohne allen Zweifel der Weg zur Entstehung des Menschen über das Tier geführt hat."

Das wissenschaftliche Modell der Evolutionstheorie gilt ebenso lange, bis es ggf. aufgrund naturwissenschaftlicher Forschung widerlegt wird. So arbeitet schlicht WISSENSCHAFT.
Mit GLAUBEN hat dies rein gar nichts zu tun.

Ruud van Mangelt

Thomas Fuchs hat gesagt…

Frieden Euch und Segen, von dem, der ist und der war und der kommt!

Also: Ich habe nix gegen die Evolutionstheorie, aber die Evolution ist nix zufälliges sondern von Gott gewollt und gesteuert!

Die Wweiterentwiklung der Arten ist Tatsache. Aber das wiederspricht nicht der existenz Gottes!

Die 7 Tgge nehme ich nicht ganz Wörtlich und sehe sie als größeren Zeitraum an. Schließlich sind für Gott 1000 Jahre wie ein Tag. Und es steht in der Bibel öfters "Tage von Jahren" und ähnliches.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas (Bündnis 90/Die Grünen)

Chorleiter hat gesagt…

Und für mich gibt es zwar etwas "göttliches", aber ein göttliches Wesen ist immer etwas Sichtbares. Es gibt auch "göttliche Gedanken", doch die hat man selbst, die kommen nicht irgendwo her.
Wer das alles einem/r "bestimmten" Wesen/Erscheinung/Übersinnlichkeit zuordnen möchte/muß, der sollte es, bei Bedarf/Ansicht/Glaube tun. Ich bleibe körperlich auf der Erde, wenn auch der Geist/Gedanke öfter auch in unbekannten Gefilden weilt. Ich muß nur sehen, daß er den Körper wieder erreicht und beherrscht. Träumen (mit offenen, zumindest wachen Augen) ist schön. Es kann auh beflügeln, sollte aber nicht die Herkunft verklären.
Chorleiter

tk hat gesagt…

Ich komme grundsätzlich nicht damit klar, wie man die "Erkenntnismethode" Glauben an die Stelle der Erkenntnismethode Vernunft setzen kann. Auch Christen sprechen ja immer von Vernunft (von gottgegebener Vernunft zugegebenermaßen). Nur dort, wo die Vernunft einsetzen sollte, da wird dann geglaubt. Diese Art von "Sich-ein-Bild-von-der-Welt-machen" halte ich für schlicht für naiv und für dem Intellekt eines 5-9-jährigen Kindes entsprechend.

Anonym hat gesagt…

Bereits am Ende des 20. Jahrhunderts hat die Römisch-Katholische Kirche eingeräumt, daß der große Visionär Galileo Galilei doch recht hatte (sich die Erde also um die Sonne bewegt und nicht umgekehrt) keine 400 Jahre nach dessen Tod.
Würde mich nicht wundern, wenn im 24. oder 25. Jahrhundert selbst religiöse Hardliner die grundsetzliche Richtigkeit der Evolutionstheorie anerkennen würden. Manche Menschen brauchen eben etwas länger.

Anonym hat gesagt…

WMs Messen sind wohl gelesen, doch wenn ein Fundi so etwas von einem anderen behauptet, na ja...
Sollten wir wohl noch, wegen der Auswahl von Lehrmeinungen, die Erde als Zentrum des Alls lehren, und die Scheibe als gängige Figur?
Ihr wollt den Kindern Wissen vermitteln? Die Zukunft erklären? Ihnen einen festen Standpunkt geben? Na danke.
Gebt den Kindern etwas auf ihren Weg mit, doch sagt ihnen, es gäbe mehr Möglichkeiten, als eure eine. Welche richtig ist?
Die Zeit wird es zeigen. Bisher war darauf immer Verlass.
Übrigens: Atheisten wissen mehr über die Religionen als Christen über ihre. Sie bilden sich. Gelle?

Anonym hat gesagt…

Die Evolutionstheorie ist immer noch eine Theorie, wird aber als unumstößliche Tatsache dargestellt. Viele neuere Forschungsergebnisse, die z.B. die weltumspannende Sintflut erklären können, finden wenig Gehör, da sie in der Evolutionstheorie keinen Platz haben. Letzendlich bedeutet das Infragestellen der Evolutionstheorie doch nur, dass der Mensch die Sinnfrage des Lebens neu überdenken muß und in weiterer Konsequenz dabei große Veränderungen für sich und seinen Lebenswandel fürchten muß. Sind wir nur die Summe von Abermillionen Zufällen oder gottgewollte Wesen, die sich unterordnen müssen?

Anonym hat gesagt…

Jaja

Mixa?

War das nicht der mit den 400 000,00
Schwarzen Talern an der Grenze?

Lars Lonte hat gesagt…

Hallo!

Ich möchte Hinweisen auf:

Morphogenetischer Masterplan (frei nach Rupert Sheldrakes morphogenteischen Feldern)

Georg von Breunig bzw. Bourbaki - für eine reformierte Äther Theorie

http://www.bourbaki.de


Alternative Physik und Medizin - siehe auch Zeitschrift Raum&Zeit

Bernd Senf nach Wilhelm Reich

http://www.berndsenf.de

Anonym hat gesagt…

Es gibt keinen Schöpfergott! Vor dem Urknall existierte schlichtweg die Zeit nicht. Ohne Zeit kein Gott. Einfache Physik oder auch "Gott sagen die Menschen, wenn sie zu faul zum Denken sind!"