Dienstag, 17. Februar 2009

Die Behauptung, Homosexuelle könnten nicht aufhören, homosexuell zu leben, ist diskriminierend

In den letzten Wochen gab es in der Presse viele Behauptungen, Homosexuelle könnten nicht anders als homosexuell leben.

Diese Behauptung ist nicht nur falsch, sondern auch diskriminierend.

Im Grunde genommen besagt sie nämlich, daß homosexuelle Menschen keinen Willen haben. Das ist schlichtweg haarsträubend.

Alle Menschen besitzen einen Willen und können frei entscheiden, wie sie leben möchten.

So können Menschen, die homosexuelle Tendenzen haben, sich durchaus dagegen entscheiden und heterosexuell leben.

Zu behaupten, daß Menschen, mit homosexuellen Empfindungen nur homosexuell leben können, ist gegenüber diesen Menschen diffamierend und verletzend, denn man behauptet damit, daß diese Menschen ihren eigenen Empfindungen ohnmächtig ausgeliefert sind.

Die christliche Anthropologie sagt, daß jeder Mensch einen freien Willen hat und zwischen mehreren Optionen wählen kann, falls diese vorliegen. So können homosexuell veranlagte Menschen auch eine christliche Ehe mit einem Menschen des anderen Geschlechts eingehen.

Kommentare:

Christiane W. hat gesagt…

Klar, sie können sich entscheiden heterosexuell zu LEBEN. Dadurch ändert sich aber nicht, wie sie FÜHLEN. Ein Homo bleibt erst mal ein Homo, und kann sich nicht bewusst dafür entscheiden, eine Frau zu lieben. Für Gefühle entscheidet man sich nicht. Er kann entscheiden, mit einer Frau zusammenleben und eine Beziehung mit ihr einzugehen, das ist klar. Aber entscheiden, wie er fühlt kann er nicht. Daher denke ich doch, dass Homosexuelle nicht einfach so auf Willens-Basis und bewusst hetero werden können ...

Anonym hat gesagt…

Kann ein Mann einen Mann lieben? Kann eine Frau eine Frau lieben? Sowohl als auch: Ja!
Soweit zur Liebe. Homosexuel setzt sich aus zwei Wörtern zusammen und um das zweite "sexuel" dreht sich immer wieder die Diskussion.
Latent: Der Möglichkeit nach vorhanden aber nicht unbedingt hervortretend. Womit beschäftige ich mich gedanklich? Womit nähre ich meine Vorstellungen, Phantasien, womit nähre ich mich meinen Schwärmereien? Was spielt sich vor allem in der Jugendzeit ab? Gerade in dieser Zeit forme ich doch meine sexuellen Interessen aus. Noch einmal zur Schwärmerei: Wer kennt es nicht für jemanden zu schwärmen, der das gleiche Geschlecht hat wie man selbst? Wenn nun gerade in dieser Zeit der Schwärmerei, der Begeisterung, vor allem der Überschätzung des Umschwärmten, gleichen Geschlechts, ein Hauch von Erotik spürbar wird, bin ich dann schon Homosexuell oder etwa Bi? Bin ich dann genetisch fest gelegt und unwiederruflich auf dem Weg in die Homosexualität? Oder kann ich nicht auch Bewunderung und Liebe spüren ohne sexuelle Absichten? Womit nähre ich nun meine Gedanken, Gefühle, Absichten, Ziele?
Kennen die allermeisten nicht auch die starken Empfindungen für das andere Geschlecht? Münden solche Empfindungen nicht immer wieder in Beziehungen aus denen dann Kinder, Familien entstehen? Womit nähren wir dann unsere Gedanken, Empfindungen, Wünsche, Bedürfnisse?
Stehen wir dann nicht auch verantwortlich für unser Handeln? Oder alles nur tieborientiert? Auf der Stufe von Tieren? NEIN! Solange wir: Denken, Handeln, zeilorientiert Planen, Sinnhaftigkeit suchen, Reflektieren und vieles mehr, solange sind wir selbst verantwortlich und somit auch zu Verantwortung zu ziehen. Vor allem vor unserem Schöpfer, der uns geschaffen hat als Mann und Frau, der gesagt hat, dass es nicht gut sei wenn der Mensch alleine sei, der gesagt hat "seit fruchtbar und mehret euch". Doch letzteres ist durch Homosexualität nicht zu verwirklichen. Ein Adoptionsrecht wäre hier gegen die Schöpfung gerichtet. Wenn Gott gewollt hätte dass Frauen untereinander oder Männer untereinander sich Kinder zeugen könnten, dann hätte er dies, meines Erachtens nach berücksichtigt. Doch er hat, was Homosexualität betrifft, sich nicht nur dagegen ausgedrückt, sondern dies auch noch als todeswürdig verworfen. Im Römerbrief, Kapitel 1 wird hier von einer Verirrung gesprochen, von schändliche Leidenschaften, von unnatürlichen Verkehr.

Gerd S.

Chorleiter hat gesagt…

Ein netter, irreführender Ausspruch. Auch wenn in der Diskussion Gott ins Feld geführt wird, wird aus einer falschen Voraussetzung kein richtiger Fakt. Wäre der Bereich Homosexualität nicht schon über Jahrhunderten Gesprächsstoff und wären nicht immer wieder sich bekennende Menschen wie Aussätzige behandelt worden (und auch getötet), wäre die Abhandlung und Wertung dieses Problems gerechter und auch passender. Man kann einen Glauben ablegen oder ändern, die Homosexualität jedoch nicht. Vielleicht wird dieses (noch) Geheimnis einmal genauer erkannt und erklärt. Ihre Äußerungen, die eine gewollte Unkenntnis der bestehenden Erkenntnisse zeigen und, wie sagt man in ihren Kreisen: "Leugnung", der Tatsachen ändert nichts an diesem Problem und hilft den betroffenen Menschen nicht ein bißchen. Von ihrer gepriesenen "Hilfe für den Bedürftigen" merke ich in diesem Fall nichts. Aber ich kenne einige Betroffene, oft mutterseelenallein darunter Leidende. Ich weiß, wie betroffen ihre Dissussion macht und wie diskriminierend sie wirken kann. Dem Problem und seinen Betroffenen mein Mitgefühl, ihrer These meine Verachtung.
Chorleiter

Old Geezer hat gesagt…

Es mag sein, daß in der Presse eswas unscharf formuliert wird, was vermutlich gemeint war, und allen Indizien nach auch korrekt ist, ist das Homosexuelle nicht zu Heterosexuellen werden können!
Sie können, wie sie es in der ganzen Menschheitsgeschichte in in dieser Hinsicht restriktiven Systemen getan haben, einen heterosexuellen Lebenswangel führen, auch Kinder zeugen/empfangen, aber das ist nicht mehr als ein Show, eine Maskerade um gesellschaftlichen Zwängen zu folgen, um ihre Gefühle, oft auch Lebensfreude bleiben dabei auf der Strecke.


Bleibt die Frage warum sie es tun sollten?
Wegen einer Fußnote in einem Märchenbuch, das selbst die meistne Christen nur oberflächlich kennen und an das sich selbst die fundamentalistischen Christen nicht halten, wenn sie sich denn mal über Wortlaut und Interpretation einig wären?

Old Geezer hat gesagt…

""seit fruchtbar und mehret euch". Doch letzteres ist durch Homosexualität nicht zu verwirklichen."

Auch das, wie so vielen (heterosexuelle) Menschen zuvor: "Licht aus und an den Kaiser denken!"


"Wenn Gott gewollt hätte dass Frauen untereinander oder Männer untereinander sich Kinder zeugen könnten, dann hätte er dies, meines Erachtens nach berücksichtigt."

Wenn Gott keine Homosexualität gewollt hätte, warum hat er sie dieser These nach dann erschaffen?
Aus Boshaftigkeit?

" Doch er hat, was Homosexualität betrifft, sich nicht nur dagegen ausgedrückt, sondern dies auch noch als todeswürdig verworfen."

Ebenso wie sich die Schläfenhaare zu schneiden, Kleidung aus gemischen Stoffen zu tregen und am Sabbat zu arbeiten...
...diese Tabus scheinen aber heutzutage weit weniger öffentliche Beachtung zu finden.
Sind wir jetzt auch alle verdammt?

Christiane W. hat gesagt…

"...diese Tabus scheinen aber heutzutage weit weniger öffentliche Beachtung zu finden.
Sind wir jetzt auch alle verdammt?"

DITO