Donnerstag, 6. November 2008

Wenig Sinn für Demokratie: Homosexuellenverbände klagen gegen Referendum in Kalifornien

Gleich am Tag nach dem Referendum in Kalifornien, bei dem die Mehrheit der Wähler gegen die Homo-Ehe gestimmt hat, haben Homosexuellenverbände eine Klage beim Obersten Gerichtshof, damit das Wahlreferendum "Proposition 8" für ungültig erklärt werde.

52 Prozent der Wähler haben für einen Eintrag in die kalifornische Verfassung abgestimmt, der eine Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

Besonders enttäuschend für die Homosexuellenverbände ist die Tatsache, daß viele Wähler von Obama gegen die Homo-Ehe gestimmt haben. 70 % der schwarzen Wähler sind gegen die Homo-Ehe, obwohl etwa 95 % für Obama gestimmt haben.

Das macht es dem neuen Präsidenten der USA schwierig, den Homosexuellen Privilegien zu gewähren.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Das hat wenig mit mangelndem Demokratieverständnis zu tun, sondern damit, daß in einem Referendum auch Anträge eine Mehrheit gewinnen können, die nicht mit der Verfassung vereinbar sind.

Und wenn ein Antrag wie hier die "Proposition 8" so eindeutig auf einen spezifischen religiösen Hintergrund beruht, und eine so emotionale, praktisch ausschließlich theologische Argumentation ins Feld führt, dann liegt der Verdacht nahe (schließlich herrscht auch in Amiland Religionsfreiheit und es ist dem Staat verboten, eine spezielle religiöse Ausrichtung gegenüber allen anderen zu bevorzugen).

Old Geezer hat gesagt…

Hierzu fand ich in einem ganzlich anderen Forum folgenden Kommentar:

"I just found out Prop 8 passed. how did that happen?
There's a bigger issue at stake then just gay marriage here. It's how far will this country go in letting certain religions discrinate on the grounds certain lifestyles are against their doctrines. I once had a woman tell me i shouldn't be allowed to hold a job for wearing a pentacle ring. Today it's gay marriage...tomorrow, all of us will be infidels."

Fotobilder hat gesagt…

Noch nie war bisher eine Gesellschaft so schwachsinnig, zwei Homosexuellen Kinder zur Erziehung auszuliefern. Die meisten Schwulen sind auf direktes Befragen ehrlich genug zuzugeben, daß sie keine Kinder wollen. Es handelt sich - nach der bizarren Forderung nach einer "Homo-Ehe" - um eine erneute Provokation der Homosexuellen-Verbände.

Der Begriff "Homophobie" wird mittlerweile mehr oder weniger auf jeden angewendet, der auch nur die extremsten homosexuellen Forderungen in Frage stellt.

Nach dieser Sprachregelung können jegliche Argumente und Entscheidungen, die nicht im Sinne der Schwulen-Bewegung sind, als homophobiegesteuert hingestellt werden. Dieser Homophobie-Begriff läßt keinen Raum mehr für Menschen, die z.B. auf Grund ihrer persönlichen Erfahrung oder aus religiösen, moralisch-ethischen oder auch rein medizinischen Gründen die Homosexualität nicht als vollwertigen alternativen Lebensstil betrachten können.

Schließlich sollte man noch hinzufügen, daß die schwule Lebensforum immer noch das größte Risiko darstellt, an AIDS zu erkranken. Das ist nicht pc, aber korrekt. Deshalb sollte man sie nicht fördern, sondern davor warnen.

Old Geezer hat gesagt…

@fotobilder:

Ich bzweifle Ihre erste Aussage: Homosexualität ist in jeder Gesellscahft die schriftliche dokumente hinterlassen hat belegbar, und viele von diese kannten einerseits Adoptionen, machten andererseits aber keinen Aufstand um gleichgeschlechtliche Paare.

'Ausliefern' impliziert, daß den Kindern dabei etwas Schlechtes widerfährt, aber worin soll dies bestehen?
Homosexualität ist nicht ansteckend, und verringert abgesehen abgesehen von Diskriminierungen (die je gerade mit Gesetzen bekämpft werden) auch nicht die Lebensqualität.

Wer keine Kinder möchte, adoptiert eben keine - es ist ja kein Zwang (aber wer das möchte, wird sicherlich wirklich einen Kinderwunsch hegen, Kinder sind ja oft im Weg und kosten ein Schweinegeld, aus Langeweile legt man sich die nicht zu);
aber das ist auch kein Argument gegen Ehen zwischen Homosexuellen, es heiraten schließlich auch Heterosexuelle ohne Kinder haben zu wollen.
Vielmehr könnte man Ihr Argument gegen Scheinehen verweden, in denen Homosexuelle andersgeschlechtliche Partner heiraten und Kinder bekommen, um ihre Veranlagung zu verschleiern und ohne Diskreminierung leben zu können.

Ich kann auch wenig bizarres an der Homo-Ehe finden, schließlich wird die Ehe an sich landauf landab praktiziert (ist also etwas sehr übliches) und ist die rechtliche Voraussetzung für die Übernahme gegenseitiger Verantwortung.

Ich habe bis jetzt in der diskussion noch keine extreme Forderung vernommen - lediglich der Wunsch nach den Ende von Diskriminierungen.
Dieser Eindruck entsteht dadurch, daß die Gegnern einer Gleichberechtigung Homosexueller in der Regel keine Argumente außer ihrer eigenen Homophobie ("das geht nicht, weil das ist irgendwie Bäh!") auf den Markt werfen.

Es gibt im Übrigen keine medizinischen Gründe, und religiöse Gründe sind Privatsache, und genau darum geht es bei der Klage gegen den Volksentscheid: Darf die christliche-fundamentalische Mehrheit (an der Urne) den anderen Bürgern ihre religiöse Vorstellung zu diesem Thema aufzwingen?
(Allgemein ethische Gründe würden mich allerdings interessieren!)

Ihr Kommentar zu AIDS ist nun aber wieder schlicht inkorrekt: für das AIDS-Risiko in einer monogamen Beziehung ist es irrelevant ob beide Partner das gleiche Geschlecht haben oder nicht, und um diese geht es hier ja.
Bei offenen Beziehungen hat man immer ein erhöhtes Risiko - wie groß das ist ergibt sich aus Vorsichtsmaßnahmen, Partnerwahl und Technik, aber diese Probleme haben auch heterosexuelle Paare.

Und es geht bei der "Preposition 8" ja nicht darum, Homosexualität ja oder nein, sondern lediglich darum, ob für solche Paare die STAATLICHE INSTITUTION der Ehe offensteht; also warnt man da vor gar nichts, man lehnt nur die Idee der Treue und gegenseitigen Verantwortung zwischen homosexuellen Partnern ab.