Donnerstag, 27. November 2008

Unter dem Deckmantel von Homophobie und Diskriminierung: Kommt eine Religionsverfolgung? - mit Videokommentar


Mathias v. Gersdorff

Durch Aussagen in letzter Zeit aus der Homosexuellen-Lobby wird immer deutlicher, daß man jegliche Ablehnung von Homosexualität, auch die geringste, als „homophob“ und „diskriminierend“ abstempeln will.

In der Öffentlichkeit wird zunehmend versucht, diese Wörter zu Totschlagwörtern zu machen.

Sollte sich diese Sicht durchsetzen, hätten wir de facto eine Religionsverfolgung, da Christen und auch andere Religionen ihre Meinung über Homosexualität nicht mehr äußern dürften, ohne Repressionen zu befürchten.

Einige Beispiele:

Die Homosexuellen-Gruppe in der Partei „Die Linke“ will: „Über stärkere Zusammenarbeit mit Initiativen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus muss ein soziales Netz geschaffen werden, dass bis zu den Schulhöfen reicht.“

Der homosexuelle Abgeordnete der Grünen, Volker Beck, hält es in seiner letzten Presseerklärung schon für diskriminierend, wenn homosexuelle Paare nicht gleich behandelt werden, wie normale Ehen.

Derselbe Politiker behauptete in einer Tagung, daß schon allein die Ungleichbehandlung von Homo-Partnerschaften mit der normalen Ehe die Homophobie fördert und ruft nach einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie.

Die Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner hält deutsche Schüler für „homophob“, weil sie es mehrheitlich ablehnen, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen. Sie fordert Erziehungsmaßnahmen dagegen in den Schulen.

Saideh Saadat-Lendle, zuständig für Antidiskriminierungsarbeit in der Berliner Lesbenberatung meint, man könne Rassismus und Homophobie nicht voneinander trennen.

Sollte sich diese Tendenz verstärken und auch von wichtigeren Politikern unterstützt werden, ist nicht unwahrscheinlich, daß eine freie Religionsausübung nicht mehr möglich ist.

In dieser Situation sind die Kirchenleute und Politiker gefordert. Sie dürfen nicht zulassen, daß in Zukunft Christen ihre Meinung über Homosexualität nicht mehr äußern dürften, ohne Repressionen zu befürchten.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

"daß man jegliche Ablehnung von Homosexualität, auch die geringste, als „homophob“ und „diskriminierend“ abstempeln will."

...Ich warte hier in diesem Forum immer noch auf eine Erklärung, aus welchem anderem Grund man Homosexualität ablehnen (!= 'nicht selbst praktizieren') sollte; nichmal Bibelzitate, die sonst in diesem Kontext auftauschen, werden gebracht.

"Christen und auch andere Religionen ihre Meinung über Homosexualität nicht mehr äußern dürften, ohne Repressionen zu befürchten."

Das ist nun mehrfacher Unsinn, denn zum einen hat ein großer Teil der Christen gar kein Problem mit homosexualität - es sind die ganz harten Fundamentalisten und Teile der katholischen Amtskirche, die sich darüber erregen können; zum anderen beduetet die Einsicht, das eine Ablehnung lediglich auf irrationalen Ängsten beruht, keineswegs eine Repression - es bedeutetet i.d.R. nur und zu Recht, daß solche unbegründeten Aversionen sich nciht in allgemeingültigen Gesetzen niederschlagen.

Freihet für die Religion impliziert auch Freiheit von der Religion, oder sollten Ihrer Meinung nach z.B. Moslems das Recht haben, christliche Praktien verbieten zu lassen, nur weil diese in ihnen irrationale Ängste vor Kreuzzügen auslösen?


"diskriminierend, wenn homosexuelle Paare nicht gleich behandelt werden, wie normale Ehen.
"

Was anderes als Diskriminierung ist es denn, wenn man einer Gruppe grundlos Rechte einer anderen vorenthält?
Das ist doch sogar die grundlegende Definition von Diskriminierung!

"man könne Rassismus und Homophobie nicht voneinander trennen."

Diese Diskussion läuft in verschiedenen anderen Staaten (z.B. USA) auch und schlägt gelegentlich Wellen.
Ich finde die Annahme allerdings durchaus begründet, da man seine sexuellen Neigung ebensowenig wie seine Herkunft selbst bestimmen kann.


"ist nicht unwahrscheinlich, daß eine freie Religionsausübung nicht mehr möglich ist."

Das ist nur möglich, wenn Christen ihres Schlages darauf bestehen, Andersdenkende zu verfolgen; aber sie sind doch auch darüber hinweggekommen, daß sie nicht mehr steinigen und verbrennen dürfen, nichtmal mehr Andersgläubige oder 'Hexen'.
Vielleicht schaffen sie es ja auch, einfach mal die Homosexuellen nach deren Gusto leben zu lassen und sie einfach nicht zu segenen oder kirchlich zu trauen - auch wenn das nun schon wieder von einigen christlichen Gruppierungen praktiziert wird.

Thomas Gentsch hat gesagt…

Im Kommentar von Old Geezer werden viele Fragen aufgeworfen, von denen ich einige aufgreife. Es gibt für mich eine natürliche und eine transzendente Antwort auf die Frage nach einer Ablehnung von Homosexualität, die untrennbar zusammengehören.

Die natürliche: Die Sexualität ist zur Fortpflanzung und damit zur Überlebenssicherung einer Art bestimmt - und so sind alle abartigen, nicht bestimmungsgemäßen Auswüchse des perversen Auslebens unnatürlich - und deshalb auch ekelerregend und abstoßend!
Insofern wäre eine sog. Phobie hier keine Krankheit, sondern ganz natürlicher Schutz vor Perversion (Angst hat ja immer auch eine natürliche Schutzfunktion)!

Die geistliche Begründung: Christen sehen die Ehe als gottgegebene Institution - Gott ist es, der lebenslang verbindet - und nicht der Mensch der über Liierung und Trennung entscheidet! Insofern hat auch Gott das Recht, die "Spielregeln" für das von ihm geschaffene Gut aufzustellen. Und da ist die Bibel in ihrer radikalen Ablehnung des gleichgeschlechtlichen Verkehrs als Gottlosigkeit (= Sünde pur) eindeutig. Da hätte ich auch keine Sorge, mich bei einem angeblichen Diskriminierungsvorwurf auf entsprechende Bibelverse (Röm. 1,18-32) zu berufen (also trotz aller berechtigter Sorge vor Religionsverfolgung in diesem Fall bleibt dennoch der Verfassungsrang der Religions- und Gewissensfreiheit vorrangig!).
Insofern wäre eine sog. Phobie hier keine Krankheit, sondern notwendige Gottesfurcht vor Sünde (Furcht hat eine geistliche Schutzfunktion, denn das Gewissen ist ja von Gott extra eingegeben).

Da jeder in seiner Freiheit gottlos sein darf, handelt es sich hier nicht um "Verfolgung Andersdenkender", sondern um eigene Gewissensbekundung ohne Folgen für die Betroffenen, da auch jeder in seiner Freiheit gottesfürchtig sein darf! Dagegen droht schon eine juristische Christenverfolgung ("Inquisition"!!!), wenn diese Gewissensbekundung in "Diskriminierung" verfälscht wird. Insofern sind wir Christen in einer pluralistischen Demokratie natürlich nicht nur berechtigt, sondern auch aufgefordert, gegen solche Ansinnen zu kämpfen und den Anfängen zu wehren!

Wenn man mal das Wort "Homophobie" zur Diskussion stellen wollte, dann ist mir überhaupt nicht einsichtig, warum dies in den kriminellen/forensischen Bereich gehören sollte. Ich kann dies nicht als deviantes Delikt akzeptieren. Wenn man von Phobie sprechen will, dann würde dies in den psychiatrischen Bereich gehören und müsste von einem Facharzt entsprechend diagnostiziert werden und nicht etwa polizeilich ermittelt werden! Insofern ist mir gar nicht klar, was dieser Begriff als Kampfwort überhaupt soll - wohl dann wird es klar, wenn Schulkinder über entsprechende Erziehungsmaßnahmen beeinflusst werden sollen: etwas als abweichend oder jemand als Abweichler hinzustellen - dies ist aber Ausgrenzung Andersdenkender schlechthin! Nicht nur, dass dies allgemein moralisch verwerflich wäre, erst recht im Umgang mit Kindern wäre es dies! Und hier müssen christliche Institutionen und Akteure das Recht der Gegenbeeinflussung haben (schon in der Nazi-Zeit funktionierte die christliche Gegenbeeinflussung (Glaubensverteidigung/Apologetik) gegen die heidnische Vergötzung des Germanentums ganz gut, indem es als Häresie/Irrlehre/Glaubensfrevel verurteilt wurde).

Trapin hat gesagt…

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit Mächten und Gewalten zu tun haben.
Jesus hat den Sieg aber bereits am Kreuz von Golgotha gewonnen.
Auch wenn eine Zeit der Drangsal kommt, dürfen wir dennoch getrost sein.
Ich sehe in dem moralischen Niedergang und der Tatsache, dass es an Gottes Thron vorbei geht einen deutlichen Hinweis von Ursache und Wirkung.
Die Sünde wird in vielen Bereichen nicht mehr Sünde genannt und sogar im Grundgesetz verankert.
Wir sollten die Entwicklung in Amerika genau beobachten. Denn es braucht heute keine acht Jahre mehr, bis der "amerikanische Weg" hier ankommt.
Wir können nur beten, dass die Christen, für die das Wort Gottes noch bindend ist, über alle Denominationen hinaus ihr Wort erheben.
Notflls müüssen wir, wie heute schon in vielen Ländern unter dem Teppich das Wort weitersagen.
Die grössten Erweckungen passieren in der Drangsal.
Wer erinnert sich nicht, an die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, dass die Gotteshäuser überfüllt waren? Trotzdem ist die Generation auch der Anfang des Niedergangs. (Wohlstand; sexuelle Freizügigkeit; Autoritätsverlust der Eltern; endlose Gier nach mehr)

Old Geezer hat gesagt…

"Es gibt für mich eine natürliche und eine transzendente Antwort auf die Frage nach einer Ablehnung von Homosexualität, die untrennbar zusammengehören."

Da beginnt für mich schon das erste Problem: wie kann eine tranzendete Einschätzung, über die es keinen gesellscahftlichen Konsens gibt, zum Maßstab staatlichen Handelns werden?
Und um staatliche Reglementierungen geht es hier ja; darum einer Gruppe das zu verweigern, was anderne Gruppen selbstverständlich zugestanden wird (hier Homosexuellen die Eheschließung/Adoption).


"...damit zur Überlebenssicherung einer Art bestimmt..."

Ist denn unbegrenzte Reproduktion und Kunkurrenz um Geschlechtspartner tatsächlich der Verbreitung einer Art zuträglicher als Kooperation und bei der Aufzucht der Jungen helfende Onkel und Tanten, die kein Interesse daran haben, Nachwuchs der nicht von ihnen abstammt als Konkurrenz zu ihrem eigenen zu sehen und zu entfernen?


"...und so sind alle abartigen, nicht bestimmungsgemäßen Auswüchse des perversen Auslebens unnatürlich - und deshalb auch ekelerregend und abstoßend!"

- Wie kann etzwas 'abartig' und 'nicht bestimmungsgemäß' sein, was in der Schöpfung so weit verbreitet ist?
Wie kann "unnätürliches" in der Natur vorkommen?
Im Falle des Menschen redet sich die Kirche ja immer mit dem Argument des freien Willens und der Prüfung des Individuums heraus, aber wie können diese Konstrukte für Tiere Gültigkeit haben, die laut katholischer Leere eben keine Erkenntnis haben und somit keiner Prüfung und Versuchung unterworfen sind?


"...sondern ganz natürlicher Schutz vor Perversion."

Inwiefern sollte sie denn schützen?
Auch ein latenter Homosexueller bleibt ja homosexuell, trotz Ekel.
Und heterosexuelle Menschen werden durch freundlichen Umgang mit homosexuellen auch nicht homosexuell.
Wo also ist der natürliche Gewinn durch eine Phobie?

Ein weiteres Argument gegen eine natürliche Homophobie ist, daß sie eben nicht über alle Gesellschaften gleich verbreitet ist, sondern ein ausgesuchter Spielplatz einiger Ethnien ist, mit einem unrühmlichen Spitzenplatz in einigen abrahamitischen Religionen; also zumindest ebenso einen starken anerzogenen Anteil hat wie der Ekel vor anderer Sexualität auch.



"Christen sehen die Ehe als gottgegebene Institution"

Mag sein, und das berechtig die entsprechenden christlichen Kirchen auch, dieses Sakrament solchen Paaren ebenso wie ihren Segen vorzuenthalten; aber warum sollte ihnen das mehr Recht als anderne Gruppen einräumen, die STAATLICHE Instuitution der Ehe homosexuellen Paaren vorzuenthalten?

"Gott ist es, der lebenslang verbindet - und nicht der Mensch der über Liierung und Trennung entscheidet!"

NUR für Kirchen!
Bei einer staalichen Trauung hingegen spielt Gott rein gar keine Rolle.
Warum also sollten die Bedenken irgendeiner speziellen Religionsgemeinschaft dort Einfluß haben?
Und in der Diskussion geht es ja ausschließlich um die standesamtliche Ehe, oder noch weniger, nur um eingetragene Lebensgemeinschaften mit denselben rechtlichen Rahmenbedingungen.


"Insofern hat auch Gott das Recht, die "Spielregeln" für das von ihm geschaffene Gut aufzustellen."

Irgendwie scheint sich Ihre Schöpferfigur da unklar ausgedrückt zu haben, denn verschiedene christliche Kirchen und in diesen individuelle Priester handhaben das durchaus Unterschiedlich; von direktester Bekämpfung und Verdammung über ignorieren und segnen bis hin zur Bejahung und vollständiger Gewährung der Sakramente.


"Und da ist die Bibel in ihrer radikalen Ablehnung des gleichgeschlechtlichen Verkehrs als Gottlosigkeit (= Sünde pur) eindeutig."

Ist sie das?
Zumindest in diesem Forum konnte mir da keiner weiterhelfen!
Ich kenne da nur zwei Wischi-waschi-Stellen im AT von zweifelhafter Relevanz und als Gegenpol die eher homophilie Grundstimmung des NT.


"Da hätte ich auch keine Sorge, mich bei einem angeblichen Diskriminierungsvorwurf auf entsprechende Bibelverse (Röm. 1,18-32) zu berufen (also trotz aller berechtigter Sorge vor Religionsverfolgung in diesem Fall bleibt dennoch der Verfassungsrang der Religions- und Gewissensfreiheit vorrangig!)."

Ich sehe nicht, wo hier überhaupt ein Konflikt vorliegen soll.
Gleichgeschlechtliche Paare heiraten staatlich und ggf. in einer Kirche die das mitmacht, fundamentalistischere Kirchen segenen solche Verbindungen nciht und predigen halt daß diese Menschen ewiger Verdammnis einheimfallen...
....als Gemeindemitglied denkt man sich sein Teil dazu.

Aber ich persönlich glaube nicht, das Bibelverse mehr rechtliche Relevanz haben sollten als Koransuren, vedische Schriften, Thorazitate und im Zweifelsfall ein Kapitel aus dem Herrn der Ringe.



"...wenn Schulkinder über entsprechende Erziehungsmaßnahmen beeinflusst werden sollen: etwas als abweichend oder jemand als Abweichler hinzustellen - dies ist aber Ausgrenzung Andersdenkender schlechthin!"

Und wenn ein Priester von der Kanzel seiner Gemeinde predigt, daß Homosexuelle verderbte Menschen und verlorene Sellen sind, ist das etwas anderes?


" Und hier müssen christliche Institutionen und Akteure das Recht der Gegenbeeinflussung haben (schon in der Nazi-Zeit funktionierte die christliche Gegenbeeinflussung (Glaubensverteidigung/Apologetik) gegen die heidnische Vergötzung des Germanentums ganz gut, indem es als Häresie/Irrlehre/Glaubensfrevel verurteilt wurde)."

Ist Ihnen entgangen, das weite Teile des Christentums mit den Nazis ohnen merkliche Gewissensbisse gemeinsame Sache gemacht haben?
Vom ganz offiziellen staatspolitischen Konkordat der katholischen Amtskirche, über christen, die vom einkassiertenjüdischen Vermögen oder Kriegswirtschaft profitiert haben, bis zu all den vielen Mitgliedern christlicher Kirchen, die brav vom Frontschweiw bis zum Erschießungskommando, vom Gestapo-Mann bis zum kleinen Denunzianten das System mitgetragen habe.
Naja, vielleicht hat dabei geholfen, das den Nazis eben nciht wirklich alte germanische Spiritualität wiederbelebt haben, sondern größtenteils auf dem christliche beackerten boden geblieben sind; vom altchristlichen Antisemitismus bis zu Hitlers zahllosen referenzen an einen allmächtigen Schöpfer.

(Wobei es anderenfalls doch eine gewisse poetische Gerechtigkeit gehabt hätte, wenn man sich überlegt, wieviel alte germanische Mythen und Rituale das Christentum übernommen hat, als es mit den römischen Legionen in Mitteleuropa verbreitet wurde.)