Mittwoch, 26. November 2008

Aktion Kinder in Gefahr begrüßt Vorstoß der Familienministerin gegen Kinderpornos im Internet – doch Verbot muß alle illegalen Inhalte umfassen

Familienministerin von der Leyen hat in einem viel beachteten Interview mit dem Hamburger Abendblatt vom 25. November 2008 die Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten per Gesetz gefordert.

Diese Maßnahme wäre selbstverständlich zu begrüßen.

Allerdings ist nicht einzusehen, wieso nicht sämtliche Internetseiten mit illegalen Inhalten gesperrt werden sollten. Dazu gehören auch Seiten mit Pornographie, wenn sie frei zugänglich ist.

Die lobenswerte Initiative der Familienministerin muß nun für alle Provider und alle im Ausland plazierten Internetseiten mit illegalen Inhalten gelten.

Als Richtlinie könnte der Katalog von Internetseiten mit jugendgefährdenden Inhalten dienen, der von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ bzw. von ihren untergeordneten Behörden, wie die „Kommission für Jugendmedienschutz – KJM“ oder die „Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia – FSM“ oder die „Selbstkontrolle Suchmaschinen“ angefertigt wird.

Der konkrete Gesetzesvorschlag:

Internetprovider dürfen ihren Kunden keinen Zugang zu Internetseiten im Ausland ermöglichen, die jugendgefährdende Inhalte gemäß dem deutschen Jugendschutzgesetzes beinhalten. Als Richtlinie können die Listenteile C und D gemäß § 18 Abs. 2 Nr. 3 und 4 JuSchG (Telemedien) dienen.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Hallo!

was ist bitte so schwer an der Einsicht, daß auf diese schlichte Weise keine technische Zensur möglich ist?
Eine Internetseite ist in Sekunden auf einen anderen Ort kopierbar, viele hochverfügbare oder sehr oft nachgefragt Seiten haben mehrere Speigelseite gleichzeitig aktiv um den anfragen genügen zu können.
Der Versuch solche Seiten blockieren zu lassen ist wie der Wettlauf von Hase in Igel - bevor die (anscheinend technisch völlig unbeleckt und wohl auch beratunsresistente) Frau von der Leyhen auch nur den anfrags ausgefüllt hat, ist die Seite voanders unter anderem Namen erreichbar.

Old Geezer hat gesagt…

Zu allem, was über die Verfolgung tatsächlicher Kinderpornographie hinausgeht:

Warum meint immer eine kleine Gruppe, der Mehrheit ihre Moralvorstellungen aufzwingen zu müssen?
Noch dazu lediglich mit dem Argument, daß sie selber einfach nur zu faul oder unfähig sind, ihren NAchwuchs zu erziehen, aufzuklären oder zu kontrollieren.

Wie wäre es mal einfach damit, wenn Leute die Pornographie ablehnen, einfach ihre Kinder so erziehen, daß diese es genauso halten?
Das wäre doch viel einfacher und ohne Gesetzgebungsänderungen umsetzbar.
Und es würde die Mehrheit, die damit kein Problem hat, nicht weiterbelästigen.

Trapin hat gesagt…

In de heutigen Zeit des moralischen Niedergangs ist es sehr schwer Moral einzufordern.
An diesem Niedergang sind die christlichen Denominationen und Kirchen nicht unschuldig.
Die Welt liefert das Salz mit dem die Christen, aber auch andere Religionsgemeinschaften gewürzt werden. Es sollte umgekehrt sein. Nicht Verbote bringen die Wende, sondern Wandel des inneren Menschen.(Dann ändern sich die Gesetze logischerweise auch)
Dann haben Menschen auch kein Problem damit, von einem Konsum der moralischen Verwerflichkeit Abstand zu nehmen.

Old Geezer hat gesagt…

Ich muß doch nochmal auf den vorgeschlagenen Gesetzestext eingehen:

"Internetprovider dürfen ihren Kunden keinen Zugang zu Internetseiten im Ausland ermöglichen, die jugendgefährdende Inhalte gemäß dem deutschen Jugendschutzgesetzes beinhalten. Als Richtlinie können die Listenteile C und D gemäß § 18 Abs. 2 Nr. 3 und 4 JuSchG (Telemedien) dienen."

Da steht REIN GAR NIX vom Alter der Kunden!
D.h. es wäre somit auch ERWACHSENEN verboten, an JUGENDgefährdendes Material zu kommen.
....das ist ja wohl etwas weit über's Ziel hinausgeschossen...