Montag, 8. September 2008

Mehrheit der Schweizer für aktive Sterbehilfe

Über die Hälfte der Schweizer könnte sich vorstellen, die Selbsttötung eines Kranken zu unterstützen.

"Was würden Sie tun, wenn ein schwerkranker naher Verwandter oder guter Freund Sie fragen würde, ob Sie ihm beistehen könnten, wenn er sich mit einem Todesmedikament das Leben nimmt?" So lautete eine Frage, die rund tausend Schweizern vorgelegt wurde. - Fast zwei Drittel, 61 Prozent, wären bereit, ihn beim Selbstmord beizustehen, 36 Prozent würden diesen Wunsch ablehnen.

Die Umfrage führte das Meinungsforschungs-Institut Isopublic im Juli 2008 durch.

Zur Selbsttötung als "allerletzter Möglichkeit im Notfall" bekannten sich 58 Prozent der Menschen; unter den 15- bis 34jährigen waren es 51. Eine "Sünde" ist dieser Schritt, der Umfrage zufolge, für 20 % der Schweizer Bevölkerung.

Für den Zürcher EVP-Kantonsrat Gerhard Fischer zeigen diese Ergebnisse in "erschreckender" Weise, daß sich besonders die befragten Jugendlichen der Tragweite dieser Thematik "zu wenig bewußt" seien.

Ähnlich liberale Regelungen wie in der Schweiz kennen in Europa nur Belgien und die Niederlande. Durch aktive Sterbehilfe kamen in Belgien, offiziellen Angaben zufolge, im Jahr 2007 fast 500 Menschen ums Leben; die Staatliche Sterbehilfe-Kommission schätzt die Dunkelziffer auf weit darüberliegend.

Mit Verwendung von Material von Jesus.ch

1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

Hmm,warum sind sich "besonders die Jugendlichen" der Tragweite nicht bewußt, wenn sie doch gemäßigter als die Gesamtbevölkerung antworten (soweit man das aus der minimalistischen Zusammenfassung erahnen kann)?

Und warum ist immer die von der eingenen abweichende Meinung 'nicht durchdacht'?
Von Welcher Tragweite spricht der gute Kantonsrat hier?
Einer religiösen, also rein persönlichen und individuellen, oder einer gesellschaftlichen, die Mitmenschen als Gesamtheit beeinflussenden?